Handlungsansätze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Handlungsansätze


Solltest du bei einer anderen Person oder bei dir selbst eine akute psychische Krise (z.B. Suizidalität, Psychose, Panikattacke) feststellen und es wird dringend Hilfe benötigt, scheue dich nicht unter den folgenden Nummern anzurufen:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Telefonseelsorge0800 1110111 oder 0800 1110222

Notruf112

Weitere Infos findest du hier

    Und jetzt? Möglicherweise hast du beim Lesen der vorherigen Seiten das Gefühl bekommen, eventuell von einer depressiven Symptomatik betroffen sein zu können oder wusstest es bereits. Oder aber, du kennst eine betroffene Person oder möchtest dich gern einfach so informieren. Im Folgenden findest du einige Handlungsansätze und weitere Möglichkeiten dich zu belesen.

    Manchmal reichen vielleicht auch schon einige Beratungsgespräche aus, um zu erörtern, weshalb es einem selbst psychisch aktuell nicht gut geht und zu klären, was man selbst tun kann. Sollte man sich jedoch dafür entscheiden, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, können folgende Infos hilfreich sein:

    Wenn du dich dazu entschieden hast professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, gibt es verschiedene Wege an einen Therapieplatz zu gelangen. Über das Portal der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz (LPK RLP) kannst du mithilfe einer Suchmaske in deinem gewählten Umkreis Psychotherapeut:innen mit Kassensitz finden. Kassensitz bedeutet, dass die jeweiligen Therapeut:innen die Psychotherapie über die Krankenkassen abrechnen dürfen, d.h. du musst die Therapie nicht aus eigener Tasche bezahlen. Auf der Website der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz findest du weitere Informationen rund um das Thema Psychotherapie. Des Weiteren findest du auch hier eine Arzt- und Psychotherapeutensuche, wo auch die jeweiligen Telefonsprechzeiten und weitere Infos hinterlegt sind. Da die Wartezeiten für einen Psychotherapieplatz aktuell sehr hoch sein können (es gibt immer Ausnahmen!), lohnt es sich bei mehreren Psychotherapeut:innen anzurufen und sich ebenfalls bei mehreren auf die Warteliste schreiben zu lassen. Wenn du die einzelnen Therapiepraxen nicht einzeln anrufen möchtest, gibt es auch die Möglichkeit zentral über den Patientenservice 116117 einen Psychotherapieplatz zu finden (Auch hier besteht leider trotzdem keine Garantie auf einen Therapieplatz).

    Alleine das Anrufen kann bereits eine große Hürde darstellen, da man vielleicht gar nicht so richtig weiß, was man überhaupt sagen soll oder was man gefragt wird, sobald das Gegenüber den Hörer abnimmt. Es reicht völlig aus kurz zu erzählen, wie du heißt und dass du auf der Suche nach einem Therapieplatz bist. Sollte gefragt werden um welche Thematik es sich handelt, schneide dein Problem kurz an. Hier kann es sich lohnen vor dem Telefonat ein paar kurze Notizen zu machen und sich zu überlegen, was man sagen möchte. Das gibt ein wenig mehr Sicherheit. In der Regel will dein Gegenüber jedoch erst im Erstgespräch Ausführlicheres über dich und deine Themen erfahren, also keine Sorge! (Leider bedeutet ein solches "Erstgespräch" nicht, dass du einen festen Therapieplatz bekommst!)

    Niemanden zu erreichen oder ständig vertröstet zu werden kann Frustrationsgefühle hervorrufen und ist sicherlich nicht hilfreich, wenn man psychisch aktuell sowieso bereits sehr am Ende ist. Frage deshalb am besten eine*n Freund*in oder ein Familienmitglied nach Unterstützung! Vielleicht kennst du auch eine Person, die bereits eine Psychotherapie gemacht hat und kannst diese um Hilfe bitten.

    Die Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz kann manchmal mehrere Monate in Anspruch nehmen. Um diese Zeit zu überbrücken oder um eine Psychotherapie zu begleiten, kann zusätzlich eine online-Therapie eine Option darstellen. Vorher ist es jedoch ratsam von medizinischem oder psychotherapeutischem Fachpersonal abklären zu lassen, ob eine online-Therapie ratsam ist. Dies ist oft abhängig vom Zustand der betroffenen Person bzw. dem Schweregrad der Depression.

    Selfapy bietet kostenfreie Online-Kurse für Betroffene auf Rezept zu folgenden Störungsbildern an: Depression, Binge-Eating, Bulimie, Generalisierte Angststörung, Panikstörung und chronische Schmerzen. Die Kosten werden dabei in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Das Ziel ist es, den Zugang zu psychologischer Unterstützung für jede:n flexibel zugänglich zu machen. Der Kursfortschritt und die Symptomentwicklung werden von Psycholog:innen begleitet. Der Depressions-Kurs umfasst 12 Lektionen, die auf 12 Wochen verteilt sind und auf den Grundlagen der Verhaltenstherapie basieren.

    Auch MindDoc bietet eine online-Psychotherapie zu Depression, Angststörungen, Zwangsstörungen und Essstörungen an. Die Sitzungen finden hier wöchentlich via Video-Calls statt und werden von Psychotherapeut:innen geleitet. Zwischen den Sitzungen ergänzt das Angebot der MindDoc-App den Alltag der Betroffenen. Auch hier kann eine Kostenübernahme durch viele private und gesetzliche Krankenkassen stattfinden. Bevor du MindDoc benutzt, kläre bitte ab, ob deine Krankenkasse die Kosten übernimmt!

    Das Online Therapieprogramm Deprexis dient als Unterstützung des therapeutischen Prozesses. Es erleichtert den Transfer der in den Therapien erlernten Inhalte durch Erinnerungen. Themenbereiche wie kognitive Aspekte, Verhaltensaktivierung, soziale Kompetenzen und Problemlösung werden vermittelt. Auch hierfür wird ein ärztliches Rezept, sowie ein Freischaltcode der versicherten Krankenkasse benötigt. Die Website liefert bezüglich des Vorgehens ausführliche Informationen.

    Nicht in jedem Fall ist unbedingt eine Psychotherapie nötig. Manchmal reicht es bereits aus, einen oder mehrere Termine in einer psychologischen Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen, um die passenden Lösungsansätze zu finden. Hierzu findest du unter dem Punkt Soforthilfe und Anlaufstellen einige Möglichkeiten für den Raum Landau und Kaiserslautern. Dennoch ist es in jedem Fall sinnvoll von einer Fachperson, beispielsweise deinem Hausarzt/deiner Hausärztin abklären zu lassen, welcher Handlungsschritt der Symptomatik angemessen ist. In manchen Fällen kann eine depressive Symptomatik auch körperlichen Ursprung haben und muss medikamentös behandelt werden, wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion. Andersherum können depressive Erkrankungen mit Körperlichen einhergehen (z.B. Herz- Kreislauferkrankungen) oder diese verstärken. Auch in diesem Fall ist ein Arzt/eine Ärztin eine erste gute Anlaufstelle um sich zunächst körperlich durchchecken zu lassen.

    Selbsthilfegruppen gibt es mittlerweile zu sehr vielen Themen, sowohl für Betroffene, als auch für Angehörige. Sie können als Ergänzung zu einer Psychotherapie, aber auch allein sinnvoll sein. Für manche Selbsthilfegruppen ist es notwendig, dass man eine durch Fachpersonal gesicherte Diagnose hat. Ob dies der Fall ist oder nicht, erfährst du in Regel von der Gruppenleitung. Der große Vorteil, den Selbsthilfegruppen mitbringen ist der, dass in der Regel alle Teilnehmenden ähnliche Erfahrungen gemacht haben und somit auch ähnliche Gefühle und Gedanken mitbringen, die in einem sicheren, vertrauensvollen Rahmen geteilt werden können. Gedanken mit denen man sich bis dato vielleicht allein und eher unverstanden gefühlt hat, treffen in einer Selbsthilfegruppe möglicherweise plötzlich auf viel Zuspruch und Gleichgesinnte. Des Weiteren bekommt man die Möglichkeit andere Perspektiven und Meinungen zu eigenen Problemen aufgezeigt zu bekommen und man selbst wiederum hat die Chance anderen Personen Lösungsmöglichkeiten anzubieten, die der jeweiligen Person bis dahin vielleicht noch nicht bekannt waren.

    Informationen zu Selbsthilfegruppen in Kaiserslautern: https://www.kaiserslautern.de/sozial_leben_wohnen/gesundheit/gesundheitsfoerderung/selbsthilfe/index.html.de

    Informationen zu Selbsthilfegruppen in Landau und Umgebung: https://www.selbsthilfe-rlp.de/kiss-pfalz/selbsthilfegruppen-a-z

     

    im jeweiligen Punkt angegeben