Kopfschmerzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kopfschmerzen


Kopfschmerzen können dir deine Pläne durcheinanderwerfen, dich in deinen Aktivitäten einschränken und dich davon abhalten, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Laut University Health Report (2018) hat jede*r fünfte Studierende der RPTU mindestens einmal pro Woche Kopfschmerzen. Wir möchten dir dabei helfen, deine Kopfschmerzen besser in den Griff zu bekommen und geben dir Tipps, was du aktiv dagegen tun kannst.

Voraussetzung für einen richtigen Umgang mit den eigenen Kopfschmerzen ist ein gewisses Grundlagenwissen: Was sind Kopfschmerzen überhaupt? An welcher Art von Kopfschmerzen leide ich? Kann ich so viele Schmerztabletten einnehmen wie ich möchte?

Das alles erfährst du auf dieser Seite.

Was sind Kopfschmerzen?

Es gibt insgesamt über 200 Arten von Kopfschmerzen. Diese lassen sich in primäre, also solche, die eigenständig auftreten und sekundäre Kopfschmerzen, also solche, die ein Symptom einer anderen Erkrankung sind, unterteilen.
Am häufigsten treten die beiden primären Kopfschmerzarten Spannungskopfschmerz und Migräne auf.

Migräne ist häufig ein einseitig pulsierend-pochender Kopfschmerz, der mit einer Reihe von Begleitsymptomen wie Appetitlosgkeit, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit einhergeht. Eine Attacke kann von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen andauern. An Migräne leiden circa 6 - 8% der Männer und 12 - 14% der Frauen. Migräne kann von einer Reihe von Auslösern, sogenannten Triggern, ausgelöst werden, die sich von Person zu Person unterscheiden.

Spannungskopfschmerz tritt weltweit bei 46-78% der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben auf und ist damit die häufigste Kopfschmerzart. Er wird meist als drückend beschrieben mit einer leichten bis mittelstarken Schmerzintensität (International Headache Society, 2018).

Laut RKI haben in Deutschland im Jahr 57,5% der Frauen und 44,4% der Männer Kopfschmerzen. 14,8% der Frauen und 6 % der Männer erfüllen dabei die kompletten Kriterien für Migräne, 10,3% der Frauen und 6,5% der Männer die von Spannungskopfschmerzen (Porst et al., 2020).

Neben diesen beiden Kopfschmerzarten gibt es noch viele weitere, z.B. Clusterkopfschmerz oder auch außergewöhnliche Formen wie den Donnerschlags- oder den Münzkopfschmerz. Da die beiden Formen Migräne und Spannungskopfschmerz jedoch mit Abstand die häufigsten Formen des Kopfschmerzes sind, stellen wir euch einen Schnelltest vor, mit dem ihr herausfindet, unter welcher der beiden Formen ihr wahrscheinlich eher leidet (Göbel, 2012).

FACTS

"Jeder 5. RPTU-Studi hat mindestens ein Mal pro Woche Kopfschmerzen." (UHR 2021)

Welcher Kopfschmerztyp bist du?

Der Kopfschmerz-Schnelltest wurde von dem deutschen Neurologen Prof. Dr. Göbel entwickelt und fragt mit nur drei Fragen ab, ob man eher an Spannungskopfschmerzen oder an Migräne leidet. Wichtig zu betonen ist, dass dieser Test keine ärztliche Diagnose ersetzt, er kann dir allerdings erste Ansätze liefern. Wenn du dich keiner der beiden Kopfschmerzarten zuordnen kannst, dann ist es möglich, dass du zum Beispiel unter einem Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz leidest. Was das ist, erfährst du unterhalb der Präventionstipps. Da aber Kopfschmerzen viele verschiedene Formen annehmen können, ist natürlich auch eine andere, selten auftretende Kopfschmerzart möglich. Suche deshalb am besten eine Ärztin/ einen Arzt auf, um die Ergebnisse und das weitere Vorgehen zu besprechen.

basierend auf Göbel, H. (2012). Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne (6. Auflage). Heidelberg: Springer Medizin Verlag. S. 19.

Präventionstipps

Damit es gar nicht erst zu Kopfschmerzen kommt, möchten wir dir einige wichtigen Präventionstipps mit auf den Weg geben. Diese unterscheiden sich je nach Kopfschmerztyp (Migräne oder Spannungskopfschmerz). Schau also zuerst mit dem Test, an welcher Form von Kopfschmerzen du leidest, um die für dich passenden Tipps zu bekommen.

...bei Migräne
Erste Hilfe bei Kopfschmerzen

Schmerzmittel sind ein bewährtes und beliebtes Mittel gegen Kopfschmerzen. Viele werfen es bei ersten Kopfschmerzanzeichen ein. Es gibt allerdings einen Richtwert, an den du dich halten solltest. Zu häufige Schmerzmitteleinnahme kann nämlich selbst zu Kopfschmerzen führen, dem sogenannten Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK).

Zeichen für einen MÜK können z.B. sein, wenn du an mehr als 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen hast, du immer häufiger Kopfschmerzen hast oder an mindestens 10 Tagen im Monat Medikamente gegen Kopfschmerzen einnimmst.

Versuche, um einen MÜK zu vermeiden, dich an die „10/20-Regel“ zu halten: nimm nur max. an 10 Tagen im Monat Schmerzmittel ein und verzichte an 20 Tagen im Monat darauf.

Tipp: Bei Spannungskopfschmerzen kannst du auch Pfefferminzöl auf deine Stirn und Schläfen einmassieren. Studien haben gezeigt, dass 10%-iges Pfefferminzöl genauso gut hilft wie Schmerztabletten und hinsichtlich der Wirksamkeit, der Schnelligkeit des Wirkeintritts und der Schmerzintenstitäts-Reduktion ähnliche Effekte erzielt. Im Vergleich zu einer Placebobehandlung werden die Schmerzen durch Pfefferminzöl hochsignifikant reduziert. Dazu muss das Öl einfach auf die schmerzenden Stellen (Schläfen und Stirn) aufgetragen und einmassiert werden. Probier's einfach mal aus!

 

...bei Spannungskopfschmerzen
Kopfschmerzkalender

Am besten wirst du deine Kopfschmerzen verstehen, wenn du sie genau beobachtest. Wann treten sie auf? Wie fühlen sie sich an? Wie lange halten sie an? Was hast du unmittelbar davor gemacht? Wie viel hast du an dem Tag getrunken? Wie gestresst bist du gerade? Was hast du im Vorfeld gegessen? Welche Maßnahme hilft dir gegen die Kopfschmerzen? Schreib so viel wie möglich auf, denn je mehr du weißt, desto besser kannst du deine Kopfschmerzen in den Griff bekommen.

Damit du dir das nicht alles merken musst, ist der Kopfschmerzkalender eine bewährte Methode, um alles Wichtige festzuhalten. Du entwickelst dadurch ein Verständnis für deine Auslöser und deine Therapiestrategien.

Hol dir hier am besten direkt den CampusPlus-Kopfschmerzkalender, druck ihn aus und häng ihn dir an den Kühlschrank. Hier kannst du alle wichtigen Infos eintragen und dir somit einen guten Überblick verschaffen. Es gibt aber auch Apps, mit denen du deine Kopfschmerzen dokumentieren kannst.

 

 

 


Göbel, H. (2012). Die Kopfschmerzen. Ursachen, Mechanismen, Diagnostik, Therapie. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag.

International Headache Society (Hrsg.) (2018). The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalagia, 38 (1), S. 1-211.

Porst, M., Wengler, A., Leddin, J., Neuhauser, H., Katsarava, Z., v. d. Lippe, E., Anton, A., Ziese, T. & Rommel, A. (2020). Migräne und Spannungskopfschmerz in Deutschland. Prävalenz und Erkrankungsschwere im Rahmen der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020. Journal of Health Monitoring, 5 (S 6), S. 1 - 26.

Progressive Muskelrelaxation: https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/aktiv-entspannen/progressive-muskelentspannung-zum-download-2021142

Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.) (2015). Therapie des episodischen und chronischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp und anderer chronischer täglicher Kopfschmerzen. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Berlin: Deutsche Gesellschaft für Neurologie. 

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