(Digitaler) Stress

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Digitaler) Stress


Das Smartphone ist mittlerweile für einen Großteil der Bevölkerung zum alltäglichen Begleiter geworden. Neben den studienbezogenen Vorteilen, zu jedem Zeitpunkt Zugang zu studiumsbezogenen Materialien zu haben, den Informationsaustausch zwischen Studierenden und Dozierenden zu erleichtern oder die Lehr- und Lernerfahrung zu verbessern, geht die Smartphone-Nutzung auch mit Risiken einher. So ist die Nutzung am Abend und in der Nacht mit einer verringerten Schlafqualität und -quantität, depressiven Symptomen und Ängstlichkeit verbunden. Des Weiteren kann die Körperhaltung negativ beeinflusst werden und führt langfristig zu chronischen Schmerzen im Schulter-, Brust- und Nackenbereich. 

Was ist Prokrastination? Was sind Depressionen? Was sind Schlafstörungen? Was ist Stress? Was ist Stressbewältigung? Was ist Resilienz? Was ist digitaler Stress? Was ist Digital Detox? 

Genau um diese Fragen geht's im Folgenden. Wir möchten informieren und motivieren, sich mit den Themen auseinanderzusetzten. Wie das gehen kann, erfährst du hier.

Was ist Stress?

Stress ist eine Reaktion des Körpers auf innere und äußere Reize, welche das Gleichgewicht des Organismus ins Wanken bringen. Gekennzeichnet ist Stress durch eine erhöhte Alarmbereitschaft, eine erhöhte Aufmerksamkeit und eine hohe Leistungsbereitschaft. Dauert dieser Zustand nur kurz an, wird von akutem Stress gesprochen. Wird das innere Gleichgewicht dauerhaft durch erhöhte Anforderungen gestört, kann dies zu chronischem Stress führen.

Eustress und Distress

Stress ist nicht primär negativ und gesundheitsschädlich. Liegt ein beständiger Wechsel von Anspannung und Entspannung vor, wird Stress auch positiv gesehen und kann leistungssteigernd und motivierend wirken. Der Mensch kann sich dadurch gut an die Situation anpassen und möglichst schnell reagieren. Positiver Stress wird auch Eustress genannt. Sollten die Anforderungen jedoch zu hoch sein, es zu keinem Wechsel mehr von Entspannung und Anspannung kommen, entsteht negativer und gesundheitsgefährdender Stress. Diese Art von Stress wird als Distress bezeichnet.

Die Stressreaktion

Alle Prozesse, die in einem Menschen vorgehen und durch einen Stressor ausgelöst werden, werden als Stressreaktion bezeichnet. Die folgenden Ebenen werden voneinander unterschieden, stehen aber im Zusammenhang zueinander und beeinflussen sich gegenseitig:

- Körperliche Ebene: Energiemobilisierung und körperliche Aktivierung. Hält der Zustand zu lange an, kommt es zu Erschöpfungszuständen

- Verhaltensbezogene Ebene: verändertes Verhalten, welches durch das Umfeld beobachtet werden kann

- kognitiv-emotionale Ebene: innerpsychische Vorgänge, welche für andere nicht sofort sichtbar sind

 

FACTS

  1. Die Nutzung der digitalen Medien nimmt immer weiter zu.
  2. Sowohl der Digitalisierungsgrad des Arbeitsplatzes als auch das Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen und den Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien führt zu digitalem Stress.
  3. Am ausgeprägtesten ist digitaler Stress, bei 25- bis 34-Jährigen.
  4. Die am häufigst genutzte digitale Technologie ist die E-Mail.

UHR-Ergebnisse 2021

- 40,5 % der Studierenden der TUK berichten über ein hohes Stresserleben. 

- Der Anteil an Studierenden mit hohem Stresserleben ist bei weiblichen Studierende der TUK signifikant höher gegenüber männlichen Studierenden der TUK (46,9 % vs. 35,3 %).

- Mit Stress im Studium assoziieren die meisten Studierenden: Zeitdruck, Leistungsdruck und Überforderung (Stand 2016).

Was ist digitaler Stress?

Digitaler Stress entsteht, wenn ein Mensch nicht in der Lage ist, auf eine gesunde Art und Weise, mit den genutzten Technologien umzugehen. Wenn die Nutzung von digitalen Medien und Technologien zu Stress führt, wird von digitalem Stress gesprochen.

Wie kann digitalem Stress entgegengewirkt werden? 

Um digitalem Stress entgegen zu wirken, gibt es verschiedene Methoden, da für jeden Menschen unterschiedliche Methoden stressreduzierend wirken. Hier ein paar Beispiele die helfen können digitalen Stress zu reduzieren:

- Positives Selbstmanagement (z.B. eigene Mitgestaltung bei der Digitalisierung)

- Achtsamkeitsübungen durch z.B. Meditation, Atemübungen, Pausen 

- Digital Detox: eine digitale Auszeit nehmen

- Selbstdisziplin: eigene Strategie im Umgang mit digitalen Medien erarbeiten

Ursachen
Digitaler Stress
Stress
Auswirkungen, Symptome und Folgen
Digitaler Stress
Stress

Hasenbein, M. (2020). Der Mensch im Fokus der digitalen Arbeitswelt. Wirtschaftspsychologische Perspektiven und Anwendungsfelder. Springer.

Tugade, M. M. & Fredrickson, B. L. (2004). Resilient individuals use positive emotions to bounce back from negative emotional experiences. Journal of Personality and Social Psychology, 86(2), 320–333. doi.org/10.1037/0022-3514.86.2.320

Nitsch, C., & Kinnebrock S. (2021). Well-kmown phenomenon, new setting: Digitial stress in times of the COVID-19 pandemic. Studies in Communication and Media, 10. Jg., 4/2021, S. 533-556. https://doi.org/10.5771/2192-4007-2021-4-533.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/iphone-smartphone-technologie-916399/

 

 

Blaszcyk, W., Lesener, T., Müller, J., Neben, D., Sprenger, M., Dastan, B., Diering, L.-E., Jochmann, A., Juchem, C., Stammkötter, K., Stauch, M., Wolter, C., & Gusy, B. (2022). Wie gesund sind Studierende der Technischen Universität Kaiserslautern? Ergebnisse der Befragung 06/21 (Schriftenreihe des AB Public Health: Prävention und psychosoziale Gesundheitsforschung: Nr. 04/P21). Berlin: Freie Universität Berlin.

Kaluza, G. (2007). Gelassen und sicher im Stress (3., Aufl.). Springer.

KKH Kaufmännische Krankenkasse (2006). Stress? Ursachen, Erklärungsmodelle und präventive Ansätze.Springer.

Lohmann-Haislah, A. (2012). Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden. Berlin: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/frau-verzweifelt-traurig-tränen-1006100/